Zusetzen über „doppeltem Boden“

Das Zusetzen über doppeltem Boden

Sicheres Verfahren zum Zusetzen von wertvollen Königinnen

Ein sicheres Verfahren zum Umweiseln von Vollvölkern mit wertvollen Königinnen nach Postversand ist diese bei uns erstmals 2012 erprobte Methode:

  • Auswahl von mindestens 2 Waben auslaufender Brut, OHNE Bienen
  • 1 Wabe mit Futter dazu
  • das ganze über Zwischenboden mit doppeltem Gitter auf das jeweilige Volk setzen
  • am nächsten Tag die Königin mit Begleitbienen  einfach einlaufen lassen

Das Finden von auslaufender Brut, also Waben, wo gerade Bienen frisch schlüpfen, ist jedoch je nach Jahreszeit nicht immer einfach. In diesen Fällen sind Brutwaben zu wählen, bei denen der Schlupf in Kürze vermutet werden kann. Diese zwei Brutwaben werden komplett bienenfrei gemacht; hinzu kommt eine bienenleere Futterwabe. Diese drei Waben kommen in eine Leerzarge oberhalb des umzuweiselnden Volkes, getrennt von einem Zwischenboden mit doppelter Lage an Drahtgaze, so dass die Bienen beider Volksteile keinen Kontakt zueinander aufnehmen können.

Am nächsten Tag sind im günstigsten Fall bereits einige Hundert Jungbienen geschlüpft. Zu dieser Gesellschaft wird die Königin mit Begleitbienen dazugegeben. Sie werden einfach auf die Wabe entlassen. Von den frisch geschlüpften Jungbienen nehmen sowohl die Königin als auch ihre Begleitbienen zunächst kaum Notiz.

1 Woche später erfolgt die Kontrolle. Hierbei lässt sich feststellen, dass die Königin bereits stiftet und von Bienen umsorgt wird. Die eigentliche Umweiselung des Hauptvolkes beginnt jetzt mit der Entnahme der alten Königin. 2 Stunden später wird der doppelte Gitterboden entnommen und gegen eine Lage durchlöcherten Zeitungspapiers ausgetauscht. In wenigen Stunden vereinigen sich beide Volksteile. Ein Misslingen dieses Verfahrens konnte bislang nicht festgestellt werden.

Es fiel jedoch auf, dass in der einen Woche recht viele Jungbienen oberhalb des Gitterbodens verendet sind; gut eine Handvoll Bienen pro Volk. Dies ist kein wirklich schöner Anblick. Vermutlich fehlt es den Jungbienen an der nötigen Pflege nach dem Schlupf, an entsprechendem Futter und wohl auch an der nötigen Nestwärme.

Dieses Verfahren kann daher nur für starke, eng sitzende Völker empfohlen werden, die in der Lage sind, auch den oberen Raum durch die Drahtgaze hindurch zu erwärmen. Kühles Wetter scheint den Totenfall an Jungbienen im oberen Volksteil ungünstig zu beeinflussen.