Bienenzucht in Theorie

Zucht

Möglichkeiten mit der Mellifera

Der Titel dieser Seite „Zucht mit der Dunklen Biene“ kann etwas irreführend verstanden werden, denn Thema soll hier sein, wie ich als praktischer Freizeitimker möglichst einfach und naturnah die Dunkle Biene bei mir am Stande erhalten, vermehren und eventuell auch verbessern kann. Nicht behandelt werden die Zuchtrichtlinien des DIB, der Carnica-Züchtervereinigungen oder der Buckfastimker. Wir wollen uns hier auch nicht mit Zuchtbüchern, Urzuchtvölkern oder Pedigree-Stammbäumen beschäftigen. Auch soll nicht eingegangen werden auf die sicherlich interessanten Zuchtgrundsätze der Mellifera-Züchter in den anderen Ländern; dies würde den Rahmen dieser Homepage wohl sprengen.

Schritt 1: Das Zusetzen

… wird unter dem Menüpunkt „Zusetzen“ behandelt.

Schritt 2: Das Nachziehen

Die Reinzuchtkönigin ist am besten aufgehoben in einem Volk, das nicht in erster Linie der Honigernte oder anderen wirtschaftlichen Zwecken dienen soll. Vielmehr kommt es darauf an, die Königin so lange wie möglich am Leben zu erhalten, und dies ist am ehesten gewährleistet, wenn sie sich nicht allzu sehr verausgaben wird. Mit anderen Worten: in einem kleineren Volk (bzw. kleiner zu haltenden Volk), in dem die Mutter weniger Eier legt als in einem Wirtschaftsvolk, lebt sie länger. Zwar habe auch ich Reinzucht-Königinnen in Großraumbeuten, doch kleinere Einheiten sind unter dem Gesichtspunkt der Langlebigkeit einer Königin einfach günstiger. Die Miniplus-Beute aus aus Styropor oder Holz tut hier ganz gute Dienste. Man muss nur darauf achten, schon im April den Schwarmtrieb zu kontrollieren; denn in diesen kleinen Beuten wird es schnell zu eng, und wir wollen schließlich nicht, dass uns die wertvolle Zuchtmutter wegfliegt!

Reinzuchtköniginnen sollen meines Erachtens nur einem Zweck dienen: der Produktion von möglichst vielen Nachzuchtköniginnen! Diese sogenannten F-1-Königinnen (also standbegattete Mellifera-Königinnen) sind selbst reinerbig, sie werden aber begattet von Drohnen unbekannter Herkunft; in Deutschland wohl überwiegend von Drohnen mit Carnica (C)- oder Buckfast (B)-Charakter. „Kreuzungen der Dunklen Biene, besonders mit der Carnica, gehören zu den fruchtbarsten und ertragreichsten Bienen, denen ich je begegnet bin“, so Prof. Ruttner (Naturgeschichte der Honigbienen). Dieses Potential wollen wir doch gerne nutzen. Nicht nur, dass diese F-1-Nachzuchten so überaus robust, leistungsfähig und widerstandsfähig sind, sie haben noch einen weiteren Vorteil: da Drohnen aufgrund der Genetik der Honigbiene ja keine Väter haben, sind die Söhne dieser F-1-Königinnen ausnahmslos reinerbige Dunkle Drohnen! Wir produzieren also mit der massenhaften Aufzucht von F-1-Königinnen gleichzeitig ein ganzes Heer von reinen (!) Melliferadrohnen! Nutzen wir dieses Potential, das wir haben, und geben jedem F-1-Volk ständig mindestens 4 Drohnenrahmen. So sorgen wir dafür, dass immer mehr Dunkle Drohnen in unserem Umkreis fliegen, und somit die Chance steigt, dass unsere Nachzuchtköniginnen auch von Dunklen Drohnen begattet werden.

Bei dieser Methode der „Aufzucht von Mellifera-F-1-Königinnen“ wird ständig von reinem Ausgangsmaterial (= der RZ-Königin) gezogen. Die F-1-Königinnen werden von Drohnen unbekannter Herkunft begattet. Ihre eigenen Drohnen (= ihre Söhne) sind aber wiederum rein, was aber nicht für die Arbeiterinnen (=Töchter der F-1-Königinnen) zutrifft. Diese sind Kreuzungsbienen, je nach Herkunft der Drohne (des Vaters) beispielweise M x C oder M x B Kreuzungen. Schon rein äußerlich ist dies zu erkennen: da die Eigenschaften „breite Filzbinden“ oder „gelbe Ringe“ sich in einer Erstkreuzung dominant vererben, sind die Nachkommen (Arbeiterinnen) einer Dunklen F-1-Königin nicht mehr „dunkel“ im Erscheinungsbild, sondern „grau“ bzw. „gelb“. Erst in weiteren Nachzuchten (F2, F3, F4 etc) würden die Eigenschaften dann aufspalten, und es würden dann wieder „dunkle“ Bienen neben „gelben“, „grauen“ etc hervorgebracht werden.