Planungen für Neubesiedelung

Aufgrund eines Varroaschadens ist die Klotzbeute derzeit ja unbesetzt, aber keineswegs “leer”. In ihr befindet sich noch der Wabenbau des letzten Jahres mit den Wintervorräten. Da dieser Wabenbau noch recht jung ist, habe ich mich entschieden, ihn zu erhalten und nur teilweise auszuschneiden. Für eine Neubesiedelung mit der Dunklen Biene habe ich mir folgende Planung überlegt:

Jährlich erhalte ich mehrere Schwärme, die mir von der Kieler Feuerwehr und Polizei gemeldet werden. Einen dieser Schwärme werde ich zunächst in eine Dadant-Magazinbeute einschlagen, und zwar ganz in der Nähe der Klotzbeute. Sobald dieser Schwarm sich gut entwickelt hat, also nach mindestens 1 Monat, will ich einen Flugling von ihm bilden. Dazu stelle ich ihn dann auf einen ca. 20m entfernten Platz auf, gleichzeitig erhält die Klotzbeute eine reine Dunkle Königin im Zusetzkäfig, die zwischen die Waben gehängt wird. Hinzu kommen noch Bienen von dem Schwarmvolk, Bienen von ca. 2-3 Waben. Zusätzlich fliegen ja alle Flugbienen in den nächsten Stunden zu ihrem Ursprungsort zurück, also dorthin, wo sich die Klotzbeute befindet. Durch den Sterzelduft werden sie ganz schnell das Flugloch finden, und auch die Königin. Diese wird nach ca. 2-3 Tagen dann zum Ausfressen freigegeben.

Das Schwarmvolk wird dann nach erfolgter Entweiselung im Laufe der folgenden 3 Wochen aufgelöst: jedes Wochenende werden Weiselzellen ausgebrochen und Bienen zur Verstärkung der Klotzbeute entnommen.

Soweit meine derzeitigen groben Planungen. Mal sehen, wie sich dies so umsetzen lässt.

3 Gedanken zu „Planungen für Neubesiedelung

  1. carnica.at

    Ich interessiert v. a. die Varroaresistenz von Bienen, komme aber aus Österreich und Kärnten, also einem Carnica-Gebiet. Dennoch bin ich Generhalter, v. a. bei lw. Nutztieren aktiv gewesen. Dzt. sind es noch Hühner (v. a. Altsteirer weiß und tw. wildbraun etc.) oder auch die alten Wiener Taubenrassen, v. a. der Hochflugsport.
    Ich interessiere mich auch für Bienen und da v. a. für die Varroaresistenz. Gibt es da bei Euch derartige Aktivitäten, also dass etwa die Varroaresistenz ein hochrangiges Zuchtziel ist, also vor dem Honigertrag?
    Du beschreibst hier Deine Vorhaben recht interessant, denn ich bin nur Laie und Interessierter, habe selber aber keine Bienen, außer dass ich die Varroathematik so am Rande etwas kenne und v. a. deren Probleme.

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  2. carnica.at

    Angeblich gibt es auch in Österreich Bestände der dunklen Biene. Ist das die selbe, welche Ihr züchtet? In Salzburg soll es noch derartige Bestände geben, doch ich kann mir das schwer vorstellen, weil ich vor 2 Jahren einen Kurs beim Wiener Verband gemacht habe, wo ich auch mitbekommen habe, wie sich Bienen reproduzieren, insbesondere was die Begattung über Deckstellen anlangt. Auch habe ich längst mal gehört, dass Kreuzungen mit der dunklen Biene sehr aggressiv sein sollen. Eine Reinzucht im Norden Österreichs ist damit wohl kaum möglich, egal um welche Rasse an dunklen Bienen es sich da handelt.
    Vielleicht hat jemand von Euch eine Ahnung, ob es diese Bestände in Österreich gibt, bzw. inwieweit sie mit der dunklen Nordbiene überhaupt verwandt sind. V. a. in Randgebieten zur Carnica, oder anderen Rassen, muss es doch auch zu Kreuzungen kommen.
    Von Österreich, insbesondere Niederösterreich und Burgenland, weiß ich, dass es hier Probleme mit Backfastbienen gibt, welche hier “illegal” gezüchtet werden. Hier gibt es in jedem Verbandsgebiet nur eine zugelassene Rasse, die also erlaubt ist. Natürlich ist es bei uns die Carnica.
    Als Generhalter interessieren mich die Eigenschaften aller Rassen und natürlich auch deren Erhalt. Keineswegs interessiert bin ich an Kreuzungen, sofern es Gebrauchskreuzungen sind, wie etwa die Hybriden bei Hühnern oder auch Pflanzen (Mais).
    Auch die Erhaltung von ehemaligen Wirtschaftsrassen, die heute fast nur noch als Genressourcen gelten, ist jedenfalls sehr wichtig.

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  3. admin Artikelautor

    Hallo carnica.at,

    vielen Dank für Deinen Eintrag. Ja, in Österreich kommt natürlicherweise größtenteils die Carnica vor (mit Ausnahme Tirols und Vorarlbergs). Die Carnica ist also im schönen Österreich die einzige ursprünglich einheimische Biene, und ich würde es befürworten, mit der Carnica in ihrer Heimat zu arbeiten. Sie ist in ihrem Ursprungsgebiet genauso ursprünglich und erhaltenswert wie die Dunkle Biene bei uns.

    Soweit ich weiß, gibt es weder bei der Carnica noch bei der Mellifera eine Biene, die man als varroaresistent bezeichnen könnte. Meines Erachtens wird es so eine Biene bei uns in Europa auch nicht geben. Die Mellifera ist genauso varroaanfällig wie die anderen Bienen Europas auch. Von einem Varroazuchtprogramm bei der Mellifera ist mir leider nichts bekannt.

    Liebe Grüße
    Kai

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